Ein Atemschutztrupp vor dem EingangBereits seit mehreren Jahren üben die Stutenseer Feuerwehrabteilungen nicht nur alleine, sondern ein bis zweimal im Jahr auch mit jeder anderen Abteilung. Die Ziele in diesen Veranstaltungen sind es eine reibungslose Zusammenarbeit zu trainieren und die Gemeinschaft innerhalb der Feuerwehr Stutensee noch weiter zu steigern. Diese Vorgaben erreichten am vergangenen Samstag die Abteilungen Staffort und Spöck bei einer Übung in der Stafforter Mehrzweckhalle.

Bei dieser wurde folgendes Szenario angenommen: Bei der Verlegung von Bitumenbahnen durch einen Handwerkertrupp auf dem Dach der Mehrzweckhalle kam es zu einem Einsturz, wodurch im Clubraum ein Feuer ausbrach. Unerlaubterweise befanden sich in diesen Räumen auch spielende Kinder, die vom Feuer eingeschlossen wurden. Ein Handwerker zog sich bei einem Löschversuch eine schwere Rauchvergiftung zu und konnte sich nun nicht mehr vom Dach retten.

Bevor sich die Feuerwehrfrauen und -männer zum Ort des Geschehens begaben wurden von Übungsleiter Michael Pfattheicher gemischte Trupps gebildet, so dass jeder Trupp aus einem Stafforter und einem Spöcker Kameraden bestand. Anschließend hatte jedes Truppmitglied, das auf seinem vertrauten Fahrzeug blieb, die Aufgabe, dieses, seinem Partner vertraut zu machen. Danach erfolgte die Alarmierung und die Löschgruppenfahrzeuge fuhren das Übungsobjekt an.

Vor Ort teilten die Gruppenführer die zu erledigenden Arbeiten auf: Die Mannschaft des LF10/6 übernahm die Menschenrettung unter PA im Gebäude und wurde dabei von Trupps und Geräten des LF20/16 unterstützt. Die Besatzung des Stafforter LF8 übernahm den Aufbau der Wasserversorgung und die Rettung des Handwerkers auf dem Dach. Der erste Angriffstrupp begab sich zügig in die Räume der Halle und stieß dort auf einen dichten Diskonebel, der die Verrauchung bei einen Feuer simulieren sollte.

Ein Jugendfeuerwehrmitglied als VerletzterNach kurzer Zeit konnte trotzdem das erste vermisste Kind gerettet werden. Der Junge hatte sich beim Einsturz tiefe Schnittwunden zugezogen. Diese und auch die anderen Verletzungen wurden im Vorfeld den Darstellern täuschend echt angeschminkt. Die Betreuung und Versorgung der Verunglückten musste von den Feuerwehrangehörigen selbst vorgenommen werden. Dabei wurden sie aber von dem DRK-Mitarbeiter Sönnich Olesen unterstützt, der ihnen z. B. die Erstmaßnahmen zur Behandlung von Brandverletzungen erläuterte.

Rettung mittels einer SchleifkorbtrageNachdem insgesamt drei Trupps unter PA im Gebäude und ein Sicherheitstrupp im Einsatz waren, wurden zwei weitere Vermisste ins Freie gebracht: einer mit Brandwunden auf den Armen und einer mit einem offenen Bruch. Währenddessen wurde auch der verunglückte Handwerker auf dem Dach gefunden. Für dessen Rettung schnallte man ihn in einer Schleifkorbtrage fest und ließ ihn auf einer zuvor verlängerten und somit flachen Steckleiter herunter. Mittlerweile wurden die Räume durch einen Druckbelüfter vom Nebel befreit, wodurch sich die Sicht verbesserte und damit die Arbeiten schneller vorangingen. So wurde auch das letzte vermisste Kind entdeckt und der „Brand“ konnte schließlich gelöscht werden.

Es folgte unmittelbar die Übungsnachbesprechung, in der das Szenario, das Vorgehen der Einsatzkräfte und Verbesserungsmöglichkeiten angesprochen wurden. Der Stafforter Abteilungskommandant Ralf Baumer und Kirsten Hofheinz, der 1. stellvertretende Abteilungskommandant der Abteilung Spöck, lobten die gute Zusammenarbeit und die realitätsnahe Übungsgestaltung. Alle waren sich einig, dass keinem bei dieser Übung langweilig wurde und alle etwas dazugelernt hatten.

Zum Schluss sei den Verletztendarstellern und ihren Maskenbildnern, Julia Hauth und Sönnich Olesen, gedankt sowie Dominic Brausam und Jürgen Hauth für die Vernebelung bzw. die Unterstützung des Übungsleiters.