Rettung nahtEine Person spaziert auf einem zugefrorenen See. Plötzlich beginnt das Eis zu knirschen und zu krachen; das Eis bricht und die Person ist völlig hilflos und auf schnelle Hilfe angewiesen. Nun ist Eile und Vorsicht für die Rettungskräfte geboten, denn dem Eingebrochenen bleiben nur wenige Minuten bis die Körpertemperatur unter die kritische Marke von 33° C gefallen ist, und die Helfer müssen darauf achten, dass sie nicht selbst in die gleiche Lage geraten.

Damit dies nicht geschieht lernten die Feuerwehrmänner der Abteilung Staffort vergangenen Samstag das richtige Vorgehen bei einer Eisrettung. Zunächst erfuhren die Übungsteilnehmer die Folgen von Unterkühlungen. Sinkt die Körperkerntemperatur unter das bereits angesprochene Niveau, dann verlässt dem Eingebrochenen die Kraft und er droht in die Tiefe abzugleiten und damit zu ertrinken.

Der praktische Teil fand am und auf dem Baggersee Staffort statt. Dort angekommen wurde erst einmal die Tragfähigkeit

des Eises getestet und danach gleich die richtige Rettungstechnik erläutert, die zu gleich schnell und einfach durchzuführen ist: Auf den Anfang einer liegenden Leiter legt sich ein Retter, dabei von Leinen gesichert, und wird von zwei weiteren Kameraden, die sich am anderen Ende befinden, auf das Eis geschoben. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Masse über die Leiterholmen auf eine größere Fläche verteilt. An der Bruchstelle angekommen wird der Eingebrochene an den Armen gepackt und durch eine Schlinge gesichert herausgezogen.

Zurück an LandDamit aber genug mit der Theorie: Kurzerhand wurde ein Loch in den Baggersee mit der Kettensäge gesägt und der Übungsleiter Hennes Obermeyer sprang hinein. Loch und Übungsleiter natürlich ausreichend gesichert durch Absperrband beziehungsweise Neoprenanzug. Schnell wurde er mit der erwähnten Technik erfolgreich gerettet und er konnte sich abtrocknen und sich im warmen Feuerwehrauto wieder aufheizen. Für diese wagemutige Aktion, die zum Realismus der Übung enorm beitrug, vielen Dank und Hochachtung.

Dem Leser sollte klar sein, dass er sich nicht auf zugefrorene Seen begeben, geschweige denn Löcher hinein sägen darf. Obwohl die Feuerwehr weiß was zu tun ist, sind die Feuerwehrmänner nur glücklich wenn sie nicht ausrücken müssen.