Rettung der eingeklemmten Person mittels Hebekissen.Bereits zum vierten Mal in Folge fand am vergangenen Samstag die alljährliche Übung zwischen den Abteilung Spöck und Staffort statt. Das Ziel dieser Übungen ist es, die Ausrüstungsgegenstände des Nachbarn kennen zu lernen, das Vorgehen bei größeren Schadenslagen zu trainieren und nicht zu letzt auch die Gemeinschaft zu fördern. Solche Übungen finden immer unter Beteiligung von jeweils zwei verschiedenen Abteilungen über das ganze Jahr verteilt in Stutensee statt.

Nach Ankunft der Spöcker Kameraden im Stafforter Feuerwehrhaus begrüßte Abteilungskommandant Ralf Baumer seine Gäste und übergab seinem Stellvertreter Michael Pfattheicher das Wort, der an diesem Tag die Übungsleitung innehatte. Er erläuterte kurz einige Formalitäten, wie Anfahrt und Ziele, der Übung. Anschließend wurden die Feuerwehleute aus den beiden Abteilungen gemixt und einem der beiden LFs (LF10/6 und LF20/16) zugewiesen.

Derweil wurden die letzten Vorbereitungen am Übungsobjekt getroffen: Die Kfz-Werkstatt von Wilhelm Ernst in der Carl-Peter-Straße wurde mit Disco-Nebel verraucht. Die Verletztendarsteller bekamen die letzten Nachbesserungen, so dass ihre Verletzungen verblüffend echt aussahen.

Die Verrauchung erschwert selbst im Freien die Sicht der Einsatzkräfte.Um 16:30 Uhr erfolgte schließlich die Alarmierung. Den Einsatzkräften bot sich folgendes Szenario: Durch einen Kurzschluss in der Werkstatt wurde ein Brand ausgelöst, der sich schnell ausgebreitet hatte und vier Angestellte einschloss. Eine Kundin erschreckte sich derweil auf dem Hof so sehr, dass sie die Bremse mit dem Gas verwechselte und so ihren Mann überfuhr. Zu allem Unglück wurden dessen Beine im Radkasten des Fahrzeugs eingeklemmt.

Aufgrund der Lage entschieden sich die Gruppenführer zwei Einsatzschwerpunkte zu bilden: Eine Gruppe übernahm die Menschenrettung und Brandbekämpfung; die andere kümmerte sich in Zusammenarbeit mit dem Rüstwagen um die Befreiung des Eingeklemmten. Dabei wurden sie zunächst von der völlig panischen Ehefrau des Verunglückten aufgehalten. Nachdem diese von einem Feuerwehrmann betreut wurde, konnte die Lageerkundung weitergehen. Der Angriffstrupp des LF10/6 begann zügig mit der Menschenrettung, nachdem von anderen Trupps die Wasserversorgung aufgebaut wurde. Eine warme Gasflasche erschwerte die Arbeit des Trupps. Als zwei weitere Trupps unter Atemschutz eingesetzt waren, bekam man die Lage in den Griff. Nach und nach wurden alle Verletzten gerettet und das Feuer konnte gelöscht werden.

Atemschutzgeräteträger melden sich bei der Atemschutzüberwachung.Währenddessen wurde das Unglücksfahrzeug gegen Wegrollen gesichert. Mittels zweier Hebekissen wurde es leicht angehoben, so dass man den Verletzten retten konnte. Nach erfolgtem Abbau dankte Baumer Wilhelm Ernst für die Überlassung seiner Werksatt als Übungsobjekt und lobte die gute Zusammenarbeit. Die beiden Spöcker stellvertretenden Abteilungskommandanten, Kirsten Hofheinz und Stefan Friedle, dankten der Abteilung Staffort für die gute Vorbreitung. Abschließend ließen alle die gemeinsame Übung im Stafforter Feuerwehrhaus mit Bratwurst und Kartoffelsalat ausklingen.