Der Kommentator und Rauch auf dem SchuldachDrei Zutaten braucht man für eine tolle Feuerwehrübung: erstens interessierte Zuschauer, zweitens eine gut ausgebildete und motivierte Mannschaft und drittens ein abwechslungsreiches Übungsszenario. Alle drei Bestandteile kamen am 27.10. in Staffort zusammen und heraus kam eine „interessante Übung“ wie Stadtbrandmeister Klaus Fehrer betonte.

Doch nun zu den Einzelheiten: Ein Handwerker, der nachmittags für Reparaturen auf dem Dach der Schule war, verursachte durch zu heißes Bitumen einen Brand, der ihm den Rückweg vom Dach herunter abschnitt. Das Feuer fraß sich langsam durch die Decke, wodurch die Schule teilweise verraucht wurde und Leute in der Bibliothek eingeschlossen wurden.

Diesen Unglückshergang wurde für die Jahreshauptübung möglichst realistisch dargestellt. Davon konnten sich ca. 40 Zuschauer überzeugen, die die Vorbereitungen miterlebten. So wurden Freiwillige aus den Zuschauerreihen in die Bibliothek gebracht, eine Pupe aufs Dach gehievt und Rauchpulver auf dem Schuldach gezündet. Danach konnte die Übung beginnen.

Die Übung selbst wurde in drei Teile zerlegt. „Im Ernstfall geschieht alles gleichzeitig. Um alles genau sehen zu können, werden die Teile aber hintereinander ablaufen“ erklärte der Kommentator Michael Pfattheicher, der während der Übung den Zuschauern das Geschehen erläuterte.

Der “Verletzte” schwebt sicher zu BodenDer erste Teil wurde von der Mannschaft des LF 10/6 erledigt. Sie bestand in der Rettung des Handwerkers auf dem Dach und der gleichzeitigen Bekämpfung des Brandes. Nach dem Aufbau der Wasserversorgung wurde eine Steckleiter aufgestellt, über die der Angriffstrupp, mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, zu dem Brandherd gelangte und dort mit der Brandbekämpfung begann. Als die Flammen etwas zurückgedrängt waren, konnte einweiterer Trupp aufs Dach um den verletzten Handwerker zu retten. Dafür wurde er in die Korbtrage gelegt, und diese in eine einfache Seilbahnkonstruktion eingehängt. Dadurch schwebte der Verletzte schonend zur Erde zurück. Unten angekommen konnte er den Helfern vom DRK übergeben werden, die die weitern Schritte übernahmen.

Hilfe naht für die Eingeschlossenen in der BibliothekWährenddessen rückte bereits die Mannschaft des LF 8 an, die den zweiten Teil, nämlich die Rettung der Eingeschlossenen in der Bibliothek, übernahm. Dafür wurde eine zweite Steckleiter gestellt, über die der Angriffstrupp des LF 8 in die noch rauchfreie Bücherei gelangte. Die Feuerwehrmänner sprachen dort den Eingeschlossenen Mut zu, und setzen jedem eine Fluchthaube auf, durch die der Gang durch das verrauchte Treppenhaus möglich wurde. Als sie wieder ins freie gelangten, war damit auch der zweite Übungsteil beendet.

Die Jugendfeuerwehr in voller AktionEin solcher Brand kann eine Abteilung nicht alleine bewältigen. Deswegen wurden auch an diesem Samstag weitere Kräfte nachalarmiert. Diese wurden von der Jugendfeuerwehr gespielt. In zwei Löschgruppen rückten die zwischen acht und siebzehn Jahre alten Kinder mit Blaulicht und Martinshorn an. Das LF 10/6 wurde von den Flammbinis, den acht bis zehn Jährigen, besetzt und das LF 8 von den Größeren. Gemeinsam bauten sie eine Wasserversorgung auf, wobei die Größeren den Kleineren halfen. Die Flammbinis, die erst vor kurzem den Aufbau eines Löschangriffs gelernt hatten, löschten mit D-Strahlrohren das fiktive Feuer, unterstützt von ihren älteren Kameraden, die mit den größeren C-Strahlrohren dem Feuer zu Leibe rückten. Beim Anblick der vielen begeistert löschenden Kindern ging nicht nur dem Stadtbrandmeister das Herz auf. Nach einiger Zeit hieß es dann „Feuer schwarz“ und die Übung war somit beendet.

Abteilungskommandant Ralf Baumer bedankte sich in der Übungsnachbesprechung bei allen Mitwirkenden und allen die zum Gelingen der Übung beitrugen. Fehrer lobte die Jugendlichen für ihr Engagement und alle anderen für die gute Leistung während der Übung. Auch Oberbürgermeister Klaus Demal fand nur lobende Worte: „Mich freut es vor allem die Schlagkraft zu sehen, die von größter Wichtigkeit ist.“ Ortsvorsteher Ludwig-Wilhelm Heidt konnte dem nur beipflichten und sagte, dass sich alle Beteiligten ihren Übungsausklang redlich verdient hätten. Dieser fand wie jedes Jahr im Gasthaus Schwanen statt. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team vom Schwanen. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.