maibaumstellen-2007-031.jpg„Einen solchen Maibaum mit Muskelkraft stellen, das geht doch gar nicht.“, behauptete ein junger Stafforter. „Doch, doch, früher haben wir jedes Jahr so ein Baum aufgestellt, ich glaube die schaffen das.“, erwiderte ein etwas älterer Stafforter. Diese Meinungsverschiedenheit, die sich am Vortag des 1. Mai auf dem Stafforter Rathaushausplatz abspielte, sollte sich bald nach dem Gespräch auflösen.

Mit Muskelkraft für einen guten Zweck. Das war das Motto unter dem die Abteilung Staffort der Stutenseer Feuerwehr einen Maibaum stellen wollte. Denn die Veranstaltung lief im Rahmen des „Festivals der guten Taten“. Bei verschieden Aktionen, die das ganze Jahr in Stutensee stattfinden, werden für die Aktion Mensch eingenommene Gelder gespendet.

Der WaffelverkaufDas kam durch die Bewirtung der Zuschauer zusammen. Die Abteilung Staffort grillte Würste, die sich die Anwesenden bei herrlichem Wetter schmecken ließen. Für die trockenen Kehlen standen natürlich auch kühle Erfrischungsgetränke bereit. Die Jugendfeuerwehr der Abteilung Staffort beteiligte sich ebenfalls an der Aktion. Die Kinder backten Waffeln und, boten diese mit verschiedenen Belägen an. Um das kulinarische Angebot zu vervollständigen, verkaufte der Landfrauenverein Fischbrötchen und Sekt.

Auf der HüpfburgDa das Fest auch für Kinder sein sollte, gab es auch etwas für die Kleinsten: Eine Hüpfburg stand zur Eroberung bereit. So konnten auch die Kinder mit einem kleine Entgelt, das sie für die Benutzung entrichten mussten, ihren Beitrag für den guten Zweck leisten. Auch eine Spielstraße, konnte erkundet werden, bei der allerhand auszuprobieren war, zum Beispiel der heiße Draht. Dabei musste man mit einer metallischen Schlinge um ein Drahtgestell in der Form der Nummer 112 fahren. Bei der Berührung Derselben mit der Schlinge, wurde der Spieler durch ein Summen ermahnt. All dies wurde ebenfalls von der Jugendfeuerwehr aufgebaut und betreut.

Doch dann wurde es so langsam spannend. Es hieß, dass der Baum bald gestellt werden sollte. Zuvor begann allerdings ein kurzes Vorprogramm. Zuerst erfreute der Stafforter Posaunenchor und der Gesangsverein Staffort die Zuschauer mit zwei Liedern passend zum nahenden Mai. An der Krone wurden dann gelb rote Bänder befestigt, die für die Stafforter Farben standen. „Das entspreche einer alten Tradition.“, bemerkte der Stafforter Ortsvorsteher Ludwig-Wilhelm Heidt. So wurde also aus einer einfachen Birke der Stafforter Maibaum.

maibaumstellen-2007-028.jpgGleich danach begannen die Männer der Abteilung Staffort. Die Birke lag etwas erhöht auf einem Gestell und war an eine im Boden versenkte Hülse angesetzt. Zwei lange Holzstangen, die am einen Ende zusammen gebunden waren, wurden dazu benutzt den Baum in die Höhe zu drücken. Während ein weiteres Stangenpaar, genauso wie das erste von vier Männern gehalten, ein Zurückfallen der Birke verhinderte. Abwechselnd wurde so das eine Stangenpaar zum Sichern und das andere zum hochstemmen eingesetzt. Am Stamm waren zusätzlich vier Seile befestigt, die unter Zug gehalten wurden, um so beim Stellen Unterstützung leisteten. Der Baum bewegte sich tatsächlich Stück für Stück in die Vertikale. Die große Anstrengung war den Männern anzusehen. Als die Windstärke schließlich immer weiter zunahm, wurde der Traktor von Andreas Boda eingesetzt um den Baum zu sichern. Er war es auch, der den Maibaum am Morgen gefällt hatte. Das drei Tonnen schwere Ungetüm war letztendlich doch zuviel für die Holzstangen. Eine brach unter dem Entsetzen der Zuschauer auseinander und der jüngere Stafforter behielt im Anfangs beschriebenen Dialog leider Recht. Der Maibaum konnte nun nicht mehr mit Muskelkraft gestellt werden. Mit maschineller Kraft gelang es am Ende, unter tosendem Applaus der Zuschauer ihn aufzustellen. Trotzdem war es eine stolze Leistung, die die Feuerwehr vollbrachte, das meinten auch die Zuschauer.

Um das Fest ausklingen zu lassen, trug Dominic Brausam, der vor einem Jahr die Idee hatte mit der alten Tradition wieder zu beginnen ein Maigedicht vor. Ein Maitanz um den Maibaum der Tanzgruppe des örtlichen Landfrauenvereins fand bei den Zuschauern großen Anklang, da die Tänzerinnen und Tänzer traditionell verkleidet waren. Der Abschluss des Programms bildete das „Badnerlied“. Die Abteilung Staffort war jedenfalls trotz des missglückten Versuchs zufrieden. Sie hatte gemeinsam mit den Landfrauen eine ganze Menge Geld für einen guten Zweck erwirtschaftet, das war doch die Hauptsache. Die Abteilung Staffort bedankt sich bei allen Helfern und bei allen die das Fest in irgendeiner Weise unterstützt haben.