Maitag?! – Eher nicht, sondern der international bekannte Hilferuf, der als Kennwort über Funk bei allen Notfallsituationen abgesetzt wird.

Im Feuerwehreinsatz leitet es die Notfallmeldung eines im Atemschutzeinsatz in Not geratenen Trupps ein. Die Gründe für diesen Hilferuf können vielfältig sein: vom medizinischen Notfall wie Kreislaufproblemen, einer Verletzung eines Atemschutzgeräteträgers, technische Probleme am Atemschutzgerät, nicht mehr ausreichende Atemluft in der Pressluftflasche für den Rückzug… in jedem Fall schafft es der Trupp nicht mehr alleine raus aus dem Gefahrenbereich. Jetzt kommt der genau für diese Fälle bereitstehende Sicherheitstrupp zum Einsatz, dessen Aufgabe es ist, dem in Not geratenen Trupp zur Hilfe zu kommen und die Kameraden aus dieser gefährlichen Situation zu retten und aus dem Gebäude rauszuholen.

Im Rahmen der Ausbildung für alle Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee gehört auch, genau diese Situationen in einer Atemschutznotfallübung zu trainieren.
So auch diesen Samstag mit Atemschutzgeräteträgern der Abteilung Friedrichstal. Nach einer intensiven Theorieeinheit und Auffrischung der Handhabung der Geräte, inklusive Materialkunde der Sicherheitstrupptasche wurde anhand zweier Notfallszenarien praktisch geübt.

Auffinden – Versorgen – in Sicherheit bringen. Das war bei beiden Szenarien die Kernaufgabe und alles bei Nullsicht versteht sich.Im ersten Szenario wurde angenommen, dass einer der beiden Kameraden des Angriffstrupps bewusstlos sei und der Sicherheitstrupp eine sogenannte Crashrettung durchführen sollte. Bei akuter Gefahr muss es schnell gehen und die Person umgehend aus dem Gefahrenbereich geholt werden.
Der eine Sicherheitstrupp packte direkt an der Bebänderung des Atemschutzgerätes an und zog den Kameraden über eine Strecke von etwa zehn Metern, der parallel übende Sicherheitstrupp fädelte die Feuerwehraxt durch die Bebänderung und nutzte diese sozusagen als Haltestange zum Herausziehen.

Im zweiten Szenario wurde angenommen, dass der verunfallte Kamerad gleichzeitig ein akutes Problem hinsichtlich Luftversorgung aus seiner Pressluftflasche hatte. Hier sollte dann die Mitteldruckleitung der in der Notfalltasche mitgeführten Ersatzpressluftflasche an den Lungenautomaten des Verunfallten umgekuppelt werden. Natürlich mit dicken Handschuhen an und bei Nullsicht, so wie es in der Realität im Brandeinsatz bei einem völlig verrauchten Raum auch vorkommen kann.
Nachdem die Luftversorgung wieder sichergestellt war, musste der Kamerad vom nutzlos gewordenen alten Atemschutzgerät befreit werden. Im Einsatz würde man es, wenn es schnell gehen soll, durchschneiden, in der Übung ging man natürlich “materialschonender” vor.Mittels Rettungstuch und mit Karabinern zu einer Art Windel konstruierten Tragehilfe zog der Sicherheitstrupp schließlich gemeinsam mit dem Trupppartner des Verunfallten den Kameraden in Sicherheit.
Nachdem alle Rollen einmal pro Übungsgruppe durchgespielt waren, war kein Hemd mehr trocken.
Etwas erschöpft, aber sehr zufrieden zogen alle Teilnehmer im Anschluss gemeinsam Bilanz, wie wichtig es doch ist, regelmäßig für den Notfall zu trainieren.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Ausbilder der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee für die tollen und lehrreichen Übungseinheiten. Gute Vorbereitung ist alles: Sicher im Einsatz und gesund nach Hause!