Pappdrache auf der Strecke.Letztes Jahr gewann die Jugendfeuerwehr Staffort mit ihrem Boot Tetra-Power den ersten Platz der Kraichbachrallye. Dieses Jahr wollte man den Titel erfolgreich verteidigen. Um das Ziel zu erreichen, baute das Bauteam um Stefan Hauth ein neues Boot. Am Tag des Rennens, der 1. Juni, waren dann alle Teilnehmer und Zuschauer gespannt, ob die Stafforter wieder zuschlagen würden.

Bis zum Renntag war aber viel Arbeitseinsatz nötig. Bereits im März trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuer zu ersten Besprechungen. Wie soll das neue Boot aussehen und aus was soll es gebaut werden? Das waren einige zu klärende Fragen. Man einigte sich darauf ein Wasserfahrzeug im Wikingerstil zu bauen. Als Baumaterial sollte Pappmaché verwendet werden. Nachdem ein grober Bauplan angefertigt wurde, nagelten die Erbauer aus Holz und Draht ein Gerüst zusammen, auf das die Papiermasse aufgetragen werden sollte. Viele fleißige Hände rupften in den folgenden Tagen Zeitungen in kleine Schnipsel und tauchten diese in Tapetenkleister. Schicht für Schicht legten die Jugendfeuerwehrler das Papierprodukt auf, sodass am Ende eine stabile Außenwand entstand und ein kleines Drachenboot namens „Pappdrache“ fast fertig war. Mit Klebefolie isolierte man das Boot gegen Wasser und ein grüner Drachenkopf und –schwanz, ebenfalls aus Pappmaché vervollständigten das Boot.

Nun stand einer Probefahrt drei Tage vor dem Wettkampftag auf dem Baggersee in Staffort nichts mehr im Weg. Etwas wackelig konnte das Boot seine Fahrer einige Meter befördern. Die Kraichbachrallye 2008 konnte also kommen.

Die Black Pearl.Zwei Stunden vor dem Startschuss trafen sich Kinder, Jugendliche, deren Eltern und aktive Kameraden im Feuerwehrhaus zur gemeinsamen Abfahrt. Unter dem Motto „Alles Pappalapapp“ fuhren etwa

40 Fans nach Ubstadt zum Ort des Geschehens um die beiden Teams zu unterstützen. Robin Banspach und Stefan Hauth fuhren mit Pappdrache, Lars Stehli und Philipp Waldenmeier traten mit Tetra-Power, dem Titelverteidiger aus Tetrapacks, an.

Neun andere Mannschaften wollten mit ihren Booten auf der 250m langen Strecke ebenfalls den Titel holen. Allen war gleich, dass sie ohne künstlichen Antrieb fuhren und selbst gemacht waren. Das verlangten nämlich die Regeln des Spaßbootrennens. Ansonsten waren sie alle völlig verschieden: ein Gärtnerboot, ein Flower-Power-Schiff oder die „Black Pearl“ aus „Fluch der Karibik“ konnten bestaunt werden. Letzteres gewann auch den Preis für das originellste Boot.

Robin Banspach, Stefan Hauth, Philipp Waldenmeier, Lars Stehli (v.l.n.r.).Als erstes ging Pappdrache an den Start und lieferte mit einer Zeit von einer Minute und 41 Sekunden gleich eine hart zu knackende Nuss. Die Mannschaft „Sonntagsfahrer“ brauchte nur 20 Sekunden mehr und rückte auf den zweiten Platz vor. Schließlich konnten nur noch die letzten Starter den Sieg von Pappdrache verhindern und zwar Tetra-Power. Der Sieger würde also auf jeden Fall aus Staffort kommen. Die Frage war nur: Welches Boot? Obwohl Philipp und Lars alles gaben reichte es nicht zum Sieg. Aber ein fünfter Platz bei der ersten Teilnahme war auch sensationell. Glücklich nahmen die Teilnehmer die Urkunden und Preise entgegen. Auf die Frage einer Reporterin ob man im nächsten Jahr das Tripple voll machen wolle, antworteten alle: „Na klar!“ und traten zufrieden die Heimreise an.

Die Jugendfeuerwehr Staffort bedankt sich bei allen Unterstützern, dem mitgereisten „Fanclub“ und der Abteilung Blankenloch für die Überlassung ihres MTWs.