Die Fahrzeuge vor einem als Unterbringung verwendeten Kasernengebäude.Bereits seit vielen Jahren organisiert die Freiwillige Feuerwehr Bruchsal zusammen mit der Werkfeuerwehr des KIT ein jährlich stattfindendes Übungs- & Ausbildungswochenende auf dem Gelände der Bundeswehrkaserne in Stetten am kalten Markt. Vom 10. bis 12. September 2010 hatte die Feuerwehr Stutensee erstmals die Gelegenheit mit vier Feuerwehrangehörigen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Ausgangspunkt am frühen Freitagmorgen war die Feuerwache in Bruchsal. Mit acht Einsatzfahrzeugen und rund 50 Feuerwehrangehörigen, darunter zehn Ausbilder, ging es bereits vor sieben Uhr in Richtung Stetten los. Eine Fahrzeugbesatzung war bereits am Vortag aufgebrochen und kümmerte sich bis zum Eintreffen der restlichen Kräfte um logistische Aufgaben und die notwendigen Vorbereitungen. Als Ausbilder fungierten Kameraden der Feuerwehr Bruchsal, der Werkfeuerwehr KIT sowie Kollegen von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe.

Auch das richtige Handling mit dem Hohlstrahlrohr will trainiert sein.Bereits am Freitagmittag begann das Programm im Rahmen einer Stationsausbildung mit vier Stationen. Insgesamt vier Löschfahrzeuge wurden mit Kameraden aus den unterschiedlichen Abteilungen und Feuerwehren besetzt. Durch diese „bunt gemischten“ Gruppen startete jede Gruppe mit denselben Voraussetzungen. Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte, in den im Einsatzfall nicht üblichen Konstellationen, funktionierte das gesamte Wochenende über hervorragend. Neben Grundlagen wie Hohlstrahlrohrtraining oder Personenrettung über tragbare Leitern wurden auch Inhalte wie die Rettung von schwergewichtigen Personen mit einer Schleifkorbtrage über ein Treppenauge trainiert. Auch der Freitagabend stand ganz im Zeichen der Ausbildung. An vier Stationen mussten verschiedene Einsatzszenarien abgearbeitet werden. Durch den Einsatz von Nebelmaschinen und der schauspielerischer Leistung der Ausbilder als Opfer rückte die Übungskünstlichkeit bereits nach wenigen Augenblicken komplett in den Hintergrund.

Vorantasten an einer Schlauchleitung unter Nullsicht.Samstags startete die Ausbildung bereits um acht Uhr in der Frühe. Sichtlich müde aber mit großer Motivation wurden in den folgenden neun Stunden Ausbildungs- und Einsatzstationen abgearbeitet. Hauptaugenmerk lag auf dem Einsatz unter Atemschutz, der Menschenrettung im Innenangriff sowie der Selbstrettung. Im Brandhaus wurde die Menschenrettung und Brandbekämpfung sowie ein Stromverteilerbrand unter realen Bedingungen und hohen Temperaturen trainiert. In leer stehenden Baracken konnte das Vorgehen im Innenangriff mit Wasser am Rohr sowie kompletter Atemschutzmontur trainiert werden. Dadurch konnte die Arbeit und das Vorgehen eines bzw. mehrerer Sicherheitstrupps und die Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger unter möglichst realen Bedingungen geübt werden.

Einsatzübung am Brandhaus.Die einzelnen Trupps und Funktionen wurden innerhalb der Mannschaft an jeder Übungsstation getauscht, sodass alle Übungsteilnehmer die praktischen Inhalte ausführen konnten. Nach einer Pause am Abend startete gegen 21 Uhr eine nächtliche Einsatzübung, bei der die Inhalte der vergangenen zwei Ausbildungstage eingesetzt werden mussten. Übungsannahme war eine Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus. Das Truppenübungsgelände bietet für solche Szenarien eigens ein spezielles Trümmerhaus.

Blick in das brennende Zimmer.Vor Übungsbeginn hatten die Ausbilder mit Hilfe von Nebelmaschinen und pyrotechnischen Materialien das Einsatzszenario vorbereitet. Die Opfer, welche teils verschüttet, teils unter Trümmern eingeklemmt oder brennend der Feuerwehr entgegen kamen wurden neben mit Sand gefüllten Dummies auch durch die Ausbilder selbst dargestellt. Unter Atemschutz und Einsatz aller Kräfte und Fahrzeuge wurde der Einsatz abgearbeitet. Erschwerend kam ein verzweigtes und enges Kanalisationssystem unter dem Trümmerhaus hinzu, aus welchem ebenfalls Opfer zu retten waren. Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet und gegen halb zwölf ging ein anstrengender aber sehr lehrreicher Übungstag zu Ende.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Aufräumarbeiten und des Verladens aller Materialien und Gerätschaften. Nach einem Mittagessen wurde gemeinsam die Heimreise angetreten.

Die Feuerwehr Stutensee bedankt sich bei den Organisatoren der Feuerwehr Bruchsal und der Werkfeuerwehr KIT sowie allen Ausbildern, die an diesem Wochenende tätig waren. Ebenfalls danken möchten wir den Kameraden aus Bruchsal und aus dem KIT für die freundliche Aufnahme und das tolle Wochenende.